Verein zur Förderung agrar- und stadtökologischer Projekte e. V. – A.S.P.


Philippstraße 13, Haus 16
10115 Berlin

Geschäftsführer: Dr. rer. agr. Stefan Köhler

Telefon: 030 20939061
Telefax: 030 20939065
E-Mail: info@asp-berlin.de
Internet: http://www.asp-berlin.de

Geförderte Projekte: 11


Entwicklung gesundheitsfördernder Futtermittel für Jungtiere durch Inklusion von Mykotoxinen


Cyclodextrinprodukt unter dem Rasterelektronenmikroskop (2500x) – Gewonnen durch die Verkleisterung nativer Stärke und einer sich anschließenden enzymatischen Aufbereitung
Cyclodextrinprodukt unter dem Rasterelektronenmikroskop (2500x) – Gewonnen durch die Verkleisterung nativer Stärke und einer sich anschließenden enzymatischen Aufbereitung

Projektidee

Ziel des Projektes war die Entwicklung eines Verfahrens zur Minderung von akuten und chronischen Mykotoxikosen von Wiederkäuern (Kälber) und Monogastern (Ferkel) durch eine Verkapselung von Mykotoxinen in Futtermitteln in Form von Inklusionskomplexen mit Cyclodextrinen, wobei die Entwicklung von stabilen Wirt-Gast-Beziehungen zur Detoxifizierung von Mykotoxinen im Vordergrund stand. Dadurch sind eine Stabilisierung der aktiven Immunität in den ersten Lebenswochen der Nutztiere sowie eine Senkung der Verlustraten zu erzielen. Zusätzlich waren im Rahmen des Forschungsprojektes Grundlagen bezüglich einer Prophylaxe-Strategie zu entwickeln. Das Projekt trägt damit zur Reduzierung der Mykotoxinbelastung und des therapeutischen Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung sowie zur Ver-minderung von Mykotoxinrückständen in Lebensmitteln (Fleisch, Milch) und der Umwelt (Boden) bei.

Kundennutzen

Mit dem gewonnenen Produkt sollen vorranig landwirtschaftlich arbeitende Betriebe mit Viehzucht und Betreiber von Mischfutterwerken beliefert werden. Das Produkt ist hauptsächlich bei der Fütterung von Jungtieren einzusetzen. Die zu im Projekt entwickelten Cyclodextrinprodukten konkurrierenden Produkte verfügen über gute Inklusionseigenschaften gegenüber strukturell unterschiedlichen Mykotoxinen, weisen jedoch verglichen mit den innovativen Cyclodextrinen bzw- Cylodextrinmischungen verschiedene Nachteile auf. Entweder sind konkurrierende Produkte wie Aktivkohle teuer, entstehen in energetisch aufwendigen Herstellungsverfahren oder enthalten in hohem Maße anorganische Bestandteil bzw. werden aus fossilen Materialien hergestellt. Zudem müssen sie dem dem Futtermittel in hohen Dosen zugesetzt werden. Die entwickelten Produkte sind demgegenüber in geringen Dosen einsetzbar. Vorteilhaft auf Klima und Umwelt wirkt sich bei der Cyclodextrinproduktion der Einsatz nachwachsender Rohstoffe aus. Die in sehr geringen Maßen enthaltenen Enzyme zum Abbau an Stärke sind Proteine und können demnach leicht verdaut werden. Die im Produkt verbliebene gequollene Stärke wird bereits im Speichelsaft durch Amylasen abgebaut.

Ausblick

In Form des Wissens- bzw. Technologietransfers sollen KMU erreicht werden, welche das zu entwickelnde Verfahrensmuster zügig zur Marktreife weiterführen und die Einführung am Markt sowie die Produktion und den Vertrieb des Produktes übernehmen. Dazu wurde ein Projektbeirat gegründet. Dieser setzt sich aus Forschungseinrichtungen sowie Industrieunternehmen (BIOMIN, Jäckering, Vilomix), einem Landwirt (Kalies GbR), einer Veterinärmedizinerin (FFG) und einem Vertreter der Tierseuchenbekämpfung Brandenburg (LELF) zusammen. Mit Hilfe der Beiratsmitglieder werden direkte Vermarktungswege angestrebt. Durch die Anschaffung einer Anlage zur Hochleistungsdünnschichtchromatographie (HPTLC) konnte der A.S.P. einerseites kostenintensive Untersuchungsmethoden substituieren: Enzymtestkits sowie nasschemische Methoden mit hohem präparativen und materialintensivem Aufwand können eingespart werden. Andererseits können mit der der HPTLC-Anlage Forschungsleistungen für Dritte angeboten werden. Die HPTLC ist beispielsweise vielfältig in den Bereichen Umwelt, Lebensmittel, Futtermittel, Industrielle Anwendungen, Pharma und Heilpflanzen einsetzbar. Das erarbeitete methodische und technologische Know how findet darüber hinaus Anwendung in anschließenden Forschunggsprojekten und Entwicklungsaufträgen. In der Bewilligungsphase befindet sich derzeit z.B. ein Folgeprojekt mit dem Titel „Entwicklung eines biologisch-technischen Verfahrens zur nachhaltigen Reduktion von Deoxynivalenol (DON) und anderen Mykotoxinen in kontaminiertem Getreide„
Weiterhin findet eine Verwertung auf der Ebene wissenschaftlicher Publikationen statt. Beiträge für wissenschaftliche Zeitschriften, Kongresse und Tagungen, den Jahresbericht sowie die Internetseite des Antragstellers wurden bereits erstellt.

Stand: 10.07.2012
Projektdaten aktualisiert: 07.12.2011

Unternehmen A–Z

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